Kranservice HerZ: Präzisionsarbeit zwischen Hebetechnik und Maschinenbau

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  • vor 6 Tagen

Verfasst von Redaktion (blR)

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Wer Produktionshallen betritt, blickt oft zuerst auf die Maschinen am Boden, doch die Effizienz der Fertigung entscheidet sich häufig unter der Hallendecke oder in der Peripherie der Fördertechnik. Genau in dieser Nische hat sich ein Unternehmen etabliert, das den Wandel vom reinen Serviceanbieter zum umfassenden Produktionsbetrieb vollzogen hat: Kranservice HerZ. Was 1990 als klassisches Dienstleistungsunternehmen begann, stellt sich heute als komplexer Akteur im Maschinenbau dar, der weit über die Grenzen Thüringens hinaus agiert.

Ingenieurskunst für spezifische Lastanforderungen

Die Anforderungen an moderne Hebetechnik lassen sich selten mit Lösungen von der Stange bedienen. Jede Industriehalle weist andere Maße auf, jede zu bewegende Last erfordert eine spezifische Statik. Standardkräne stoßen dort an ihre Grenzen, wo besondere räumliche Gegebenheiten oder extreme Lasten individuelle Konstruktionen verlangen.

Ein oft unterschätzter Aspekt in diesem Sektor ist das sichere Absetzen und Lagern von massiven Bauteilen. Während der Kran die Dynamik übernimmt, sorgt die statische Unterbauung für die Sicherheit am Boden. Hier kommen individuelle Schwerlastböcke ins Spiel, die exakt auf die Dimensionen und Gewichte der jeweiligen Güter abgestimmt werden. Solche Konstruktionen müssen enormem Druck standhalten und dienen oft als unverzichtbare Basis bei Montagearbeiten oder Revisionen schwerer Maschinen. Die Fertigung dieser Komponenten erfordert tiefgreifendes Verständnis für Materialkunde und Statik, da ein Versagen dieser Stützen fatale Folgen hätte. Kranservice HerZ hat diesen Bedarf erkannt und in das eigene Portfolio integriert, um Industriekunden nicht nur beim Heben, sondern auch beim sicheren Platzieren ihrer Werte zu unterstützen.

Vom Serviceanbieter zur Produktionsstätte

Die Historie des Unternehmens ist ein Beispiel für organisches Wachstum im deutschen Mittelstand. Im Jahr 1990 gegründet, lag der Fokus zunächst auf Dienstleistungen rund um bestehende Krananlagen. Wartung, Reparatur und Instandhaltung bildeten das Kerngeschäft. Doch der Markt verlangte nach mehr als nur Pflege des Bestands. Kunden suchten nach Ansprechpartnern, die technische Probleme nicht nur beheben, sondern durch neue Konstruktionen von Grund auf vermeiden konnten.

Dieser Bedarf führte zu einer strategischen Neuausrichtung. Über die Jahre wandelte sich der Betrieb. Aus dem reinen Serviceleister wurde ein Hersteller. Diese Evolution spiegelt sich heute in der strukturellen Aufteilung des Unternehmens wider. Während der Hauptsitz und die Verwaltung in Heyerode die administrativen Fäden ziehen, schlägt das produktive Herz in Merkers. In der dortigen Produktionsstätte entstehen die Anlagen, die später in ganz Deutschland zum Einsatz kommen. Diese räumliche Trennung und Spezialisierung erlaubt es, administrative Prozesse und fertigungstechnische Abläufe effizient zu gestalten, ohne dass sie sich gegenseitig behindern.

Die drei Säulen des Portfolios

Wer heute auf das Leistungsspektrum von Kranservice HerZ blickt, erkennt eine klare Gliederung in drei Hauptbereiche, die ineinandergreifen: Kranbau, Krantechnik und Kranservice. Der Bereich Kranbau repräsentiert die physische Schöpfung neuer Anlagen. Hier wird Stahl geformt, geschweißt und montiert. Es geht um Brückenkräne, Portalkräne oder Schwenkkräne, die exakt in die Architektur der Kundenhallen eingepasst werden. Dabei reicht es nicht, Stahlträger zu verbinden. Die Konstruktion muss dynamische Kräfte aufnehmen und über Jahre hinweg ermüdungsfrei arbeiten.

Die Krantechnik hingegen befasst sich mit dem „Gehirn“ und den „Nerven“ der Anlagen. Moderne Kransysteme sind längst keine reinen Mechanik-Konstrukte mehr. Frequenzumrichter, speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) und Sicherheitselektronik bestimmen den Alltag. Eine präzise Steuerung entscheidet darüber, ob eine tonnenschwere Last millimetergenau platziert werden kann oder ob sie gefährlich pendelt. Die technische Abteilung sorgt dafür, dass die Elektronik mit der Mechanik harmoniert.

Der dritte Bereich, der Kranservice, schließt den Kreis zum Ursprung der Firma. Auch die beste Anlage unterliegt Verschleiß. Regelmäßige Prüfungen gemäß den Unfallverhütungsvorschriften (UVV), Wartungen und schnelle Reparaturen bei Stillstandzeiten sind für Industriekunden von hoher Priorität. Ein stehender Kran bedeutet oft einen stehenden Produktionsprozess. Die Erfahrung aus dem Service fließt dabei direkt zurück in den Neubau: Ingenieure wissen genau, welche Bauteile verschleißanfällig sind, und können dies bei neuen Konstruktionen berücksichtigen.

Zertifizierte Sicherheit als Markenzeichen

Im Stahl- und Kranbau vertraut niemand auf bloße Versprechungen. Die Risiken beim Bewegen schwerer Lasten sind zu groß. Daher definiert sich die Qualität eines Unternehmens in dieser Branche über offizielle Nachweise und Zertifikate. Kranservice HerZ hat hier frühzeitig Fakten geschaffen.

Bereits 1998 erfolgte die Qualifizierung zum sogenannten „Großen Eignungsnachweis“ nach DIN 18800-7:2002-09. Diese Norm war lange Zeit das Maß aller Dinge im bauaufsichtlichen Bereich für Schweißarbeiten an tragenden Stahlbauteilen. Wer diesen Nachweis führt, belegt, dass er über das nötige Personal, die Ausrüstung und die organisatorischen Voraussetzungen verfügt, um auch dynamisch beanspruchte Bauwerke – wie eben Kräne – sicher zu fertigen.

Ergänzt wurde dies im Jahr 2000 durch die Zertifizierung des Qualitätsmanagementsystems nach DIN EN ISO 9001:2008. Diese Norm betrachtet nicht nur das Produkt, sondern das gesamte Unternehmen. Von der Auftragseingabe über die Konstruktion bis zur Auslieferung müssen Prozesse dokumentiert und nachvollziehbar sein. Für Kunden aus der Großindustrie ist eine solche Zertifizierung oft die Grundvoraussetzung, um einen Lieferanten überhaupt in die Auswahl zu nehmen. Diese Auditierungen zwingen einen Betrieb zur ständigen Selbstreflexion und Verbesserung, was Stillstand verhindert.

Überregionale Ausrichtung und Ambitionen

Obwohl die Wurzeln des Unternehmens fest in Thüringen verankert sind, agiert Kranservice HerZ längst nicht mehr nur regional. Der Kundenkreis erstreckt sich über das gesamte Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. Vom bayerischen Automobilzulieferer bis zur Werft im Norden wird die Expertise aus Merkers und Heyerode angefragt.

Doch die Ambitionen enden nicht an den Landesgrenzen. Die strategische Planung sieht eine stetige Erweiterung auf den europäischen Raum vor. Der Binnenmarkt bietet speziell für hochqualifizierte Nischenanbieter große Potenziale. Deutsche Ingenieurskunst genießt im Maschinen- und Anlagenbau nach wie vor einen exzellenten Ruf. Die Herausforderung bei der Expansion liegt dabei weniger in der Fertigung, sondern in der Logistik und im Service-Netzwerk. Ein Kran in Frankreich oder Polen muss ebenso schnell gewartet werden können wie eine Anlage im Nachbarort.

Durch die kontinuierliche Weiterentwicklung des eigenen Know-hows bereitet sich das Unternehmen auf diese Schritte vor. Die Angebotspalette wird nicht statisch verwaltet, sondern dynamisch an Marktbedürfnisse angepasst.

Technische Expertise als Wachstumsmotor

Der Wettbewerb im Kranbau wird heute nicht mehr allein über den Preis entschieden. Die Verfügbarkeit der Anlagen und die Lösungskompetenz bei schwierigen Einbausituationen wiegen oft schwerer. Ein Unternehmen, das Bau, Technik und Service aus einer Hand bietet, reduziert Schnittstellen für den Kunden. Es gibt kein Fingerzeigen zwischen dem Stahlbauer und dem Elektriker, wenn beide aus demselben Haus kommen.

Diese integrative Herangehensweise sichert Kranservice HerZ eine stabile Marktposition. Investitionen in die Qualifikation der Mitarbeiter und die technische Ausstattung der Produktionsstätte in Merkers sind dabei Investitionen in die Zukunftsfähigkeit. Wenn man die Entwicklung seit 1990 betrachtet, zeigt sich eine klare Linie: Weg vom Reagieren auf Defekte, hin zum Agieren und Gestalten von Lösungen. In einer Industrielandschaft, die nach immer höherer Effizienz und Sicherheit verlangt, bleibt der Bedarf an zuverlässiger Hebetechnik konstant hoch. Wer die Lasten der anderen sicher zu tragen vermag, hat auch für die eigene geschäftliche Entwicklung ein stabiles Fundament gelegt.

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